Palettenregale für Industrie, Handel und Gewerbe

Ein Palettenregal ist schnell bestellt. Ob es zu Ihrem Lager passt, entscheidet sich vorher: an der Palette, die eingelagert wird, am Stapler, der sie einlagert, und am Boden, auf dem alles steht. Diese drei Dinge klären wir, bevor wir ein Angebot schreiben.

Wir planen, liefern und montieren Palettenregalanlagen seit 2006. Überwiegend Systeme von NEDCON, daneben Regalwerk, META und Manorga. Und weil wir Regale auch prüfen und wieder abbauen, wissen wir, welche Anlagen nach zehn Jahren noch gerade stehen.

Wann ein Palettenregal die richtige Wahl ist

Das Palettenregal ist das am weitesten verbreitete Lagersystem im gewerblichen Bereich, und das aus einem einfachen Grund: Sie kommen an jede Palette einzeln heran, ohne eine andere umlagern zu müssen. Das ist der Unterschied zur Blocklagerung, bei der Sie stapeln und beim Auslagern von vorne anfangen.

Sinnvoll ist es, wenn Sie viele verschiedene Artikel lagern und regelmäßig auf jeden davon zugreifen. Bei wenigen Artikeln in großer Menge sind Einfahrregale meist wirtschaftlicher, weil sie deutlich weniger Gassenfläche brauchen.

Umgekehrt gilt: Wenn Ihre Ware nicht auf Paletten liegt, sondern lang und sperrig ist, führt der Weg zum Kragarmregal. Für schwere Einzelteile ohne Palette ist ein Weitspannregal die passendere Bauform.

Einfahrregal Palettenlagerung

Fachlast, Feldlast, Rahmenlast: die drei Werte, auf die es ankommt

Diese drei Begriffe werden ständig durcheinandergebracht, und die Verwechslung ist der häufigste Grund für überlastete Anlagen.

Die konkreten Zahlen für unsere NEDCON Regale stehen in der Traglasttabelle für Palettenregale. Dort lässt sich auch ausrechnen, wie viele Europaletten in ein Feld passen.

Die Fachlast ist die Last, die eine einzelne Ebene zwischen zwei Rahmen tragen darf. Also das, was auf einem Traversenpaar liegt.

Die Feldlast ist die Summe aller Ebenen eines Feldes. Sie ist nicht einfach die Fachlast mal Ebenenzahl. Wer vier Ebenen mit je 3.000 Kilogramm Fachlast hat, darf daraus nicht automatisch 12.000 Kilogramm Feldlast ableiten.

Die Rahmenlast beschreibt, was ein einzelner Ständerrahmen aufnehmen darf. Sie ist der Wert, der bei hohen Anlagen zuerst begrenzt, und sie steht in kaum einem Prospekt.

Praktisch heißt das: Auch wenn jede Ebene ihre Fachlast einhält, kann die Anlage insgesamt überlastet sein. Verbindlich ist immer das, was auf dem Fachlastschild steht, und das gehört zur konkret aufgebauten Konfiguration, nicht zum Katalog.

Woraus ein Palettenregal besteht

  • Ständerrahmen: zwei senkrechte Profile, durch Diagonalen und Horizontalen verbunden. Sie tragen die Last in den Boden.
  • Traversen, auch Auflageträger genannt: die waagerechten Profile, auf denen die Palette aufliegt. Sie werden eingehängt und mit Sicherungsstiften gegen unbeabsichtigtes Ausheben gesichert.
  • Fußplatten und Verankerung: verbinden den Rahmen mit dem Hallenboden.
  • Auflagen: Tiefenauflagen, Gitterböden oder Spanplatten, je nach Ladungsträger und Brandschutz.
  • Sicherheitszubehör: Anfahrschutz, Eckschutz, Durchschubsicherung, Gitterrückwand.
So ist ein Palettenregal aufgebaut
Aufbau des Ständerrahmen

Grundfeld und Anbaufeld sind kein technischer, sondern ein wirtschaftlicher Unterschied. Das Grundfeld hat zwei Rahmen, jedes Anbaufeld nutzt den Rahmen des Nachbarfeldes mit und braucht nur noch einen. Eine Zeile aus zehn Feldern besteht deshalb aus einem Grundfeld und neun Anbaufeldern, nicht aus zehn kompletten Feldern.

Welche Auflage zu welcher Ware passt

Ohne Auflage liegt die Palette direkt auf den Traversen. Das ist die günstigste Variante und für Europaletten in einwandfreiem Zustand völlig ausreichend.

Spanplatten kommen zum Einsatz, wenn Sie auch einzelne Kartons oder Kleinteile ablegen wollen. Sie sind preiswert, aber bei Feuchtigkeit und im Brandfall im Nachteil.

Drahtgitterböden und Gitterroste lassen Wasser durch. Das ist kein Detail, sondern in vielen Hallen Vorschrift: Wo eine Sprinkleranlage in der Decke hängt, muss das Löschwasser bis nach unten durchkommen. Geschlossene Böden verhindern genau das. Wer hier spart, bekommt Ärger mit dem Brandschutzsachverständigen und im Zweifel mit der Versicherung.

Bei beschädigten oder ungenormten Paletten empfehlen wir Tiefenauflagen. Sie fangen ab, was sonst durchrutscht.

Standart Traversen Palettenregale
Einfaches Traversen-Profil

Maße: Feldbreite, Rahmentiefe, Höhe

Die Feldbreite richtet sich danach, wie viele Paletten nebeneinander stehen sollen und wie sie orientiert sind. Für drei Europaletten quer sind rund 2.700 Millimeter üblich, für drei längs eher 3.600. Verbreitete Feldbreiten liegen bei 1.825, 2.700, 3.600 und 3.950 Millimetern.

Die Rahmentiefe folgt der Palettentiefe, meist 1.100 Millimeter bei der Europalette. Die Palette steht dabei bewusst etwas über die Traversen hinaus.

Die Höhe begrenzt Ihr Stapler, nicht das Regal. Bevor Sie über sieben Meter nachdenken, klären Sie die Hubhöhe des Geräts inklusive Restmasthöhe und die lichte Höhe unter Sprinklern, Kranbahnen und Beleuchtung.

Welche Ladungsträger passen

Die Europalette mit 1.200 mal 800 Millimetern ist der Normalfall. Daneben kommen in der Praxis regelmäßig vor: die Industriepalette mit 1.200 mal 1.000, die Düsseldorfer Palette mit 800 mal 600, Chemiepaletten und Gitterboxen.

Gitterboxen sind der Fall, bei dem am häufigsten nachgebessert werden muss. Sie haben Füße statt einer durchgehenden Auflagefläche und brauchen deshalb Gitterboxauflagen. Ohne die stehen sie auf zwei Punkten, und das hält die Traverse nicht aus.

Einwegpaletten sind ein eigenes Thema. Sie sind schwächer und maßlich weniger zuverlässig als Europaletten. Wenn Sie damit arbeiten, sagen Sie es uns vor der Planung, nicht danach.

Palettenregal als Lagerregal in einer Industriehalle

Der Boden entscheidet mit

Ein Punkt, den fast niemand anspricht, der aber regelmäßig Projekte aufhält: Der Hallenboden muss die Last aufnehmen und eben genug sein.

Als Anhaltswerte gelten eine Betongüte ab C 20/25 und eine Mindestdicke von etwa 200 Millimetern, damit sich die Rahmen verankern lassen. Für die Ebenheit ist die DIN 18202 maßgeblich. Bei Bestandshallen liegen diese Angaben so gut wie nie vor, und Fugen, Gefälle und alte Reparaturstellen kommen dazu.

Deshalb schauen wir uns den Boden an, bevor wir eine Anlage auslegen. Wenn wir Zweifel haben, sagen wir es vorher und nicht mitten in der Montage.

Gangbreite und Staplertyp

Die Gassenbreite entscheidet darüber, wie viel Fläche Sie für Regale übrig haben, und sie hängt allein vom eingesetzten Gerät ab.

Ein Frontstapler mit Gegengewicht braucht die breitesten Gassen, ein Schubmaststapler kommt mit deutlich weniger aus, ein Schmalgangstapler braucht am wenigsten, dafür aber einen sehr ebenen Boden und meist eine Führung. Die Herstellerangabe zum Arbeitsgangbedarf steht im Datenblatt Ihres Staplers.

Wer die Gasse zu knapp plant, spart einmal Fläche und zahlt danach jahrelang mit angefahrenen Stützen. Das sehen wir bei Regalprüfungen ständig.

Brandschutz

Ab einer Lagerhöhe von etwa 7,50 Metern wird eine Sprinkleranlage in aller Regel zum Thema, teilweise auch schon darunter, je nach Ware und Gebäudeeinstufung. Sobald gesprinklert wird, greift die Anlage in Ihre Regalplanung ein: Sie bestimmt die Auflagenart, teils die Ebenenabstände und in Einzelfällen die Feldbreiten.

Wir planen keine Sprinkleranlagen und geben auch keine Brandschutzkonzepte heraus. Was wir machen: die Regalgeometrie so auslegen, dass sie zum vorhandenen oder geplanten Löschkonzept passt, und uns mit Ihrem Brandschutzplaner abstimmen, bevor bestellt wird.

Sicherheit im laufenden Betrieb

Anfahrschutz gehört an jede Stütze am Gassenanfang, an Eckbereiche und an alle Durchfahrten. Das sind die Stellen, an denen es passiert. Ob er im Einzelfall vorgeschrieben ist, ergibt sich aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung, nicht aus einer pauschalen Regel.

Durchschubsicherungen verhindern, dass eine Palette beim Einlagern hinten hinausgeschoben wird. Notwendig sind sie überall dort, wo hinter dem Regal ein Verkehrsweg, ein Arbeitsplatz oder eine zweite Gasse liegt.

Und das Fachlastschild ist keine Formalie. Es muss die tatsächlich aufgebaute Konfiguration abbilden. Sobald Sie Fachhöhen ändern oder Ebenen ergänzen, stimmt es nicht mehr und muss neu ausgestellt werden.

Palettenregale mit Traversen in einem Lager

Prüfpflicht

Regalanlagen sind Arbeitsmittel. Nach § 3 Absatz 6 der Betriebssicherheitsverordnung legen Sie in Ihrer Gefährdungsbeurteilung fest, welche Prüfungen erforderlich sind und in welchen Fristen. § 14 Absatz 2 verlangt, dass wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person erfolgen und dokumentiert werden.

Ein festes Intervall steht in der Verordnung nicht. Die DIN EN 15635 beschreibt als Stand der Technik regelmäßige Sichtkontrollen durch eine benannte Person in Ihrem Betrieb und eine Experteninspektion in Abständen von höchstens zwölf Monaten. Wer davon abweicht, muss es begründen können.

Falls in Ihren Unterlagen noch die DGUV Regel 108-007 auftaucht: Die wurde im November 2023 zurückgezogen und durch die DGUV Information 208-061 ersetzt. Mehr dazu auf unserer Seite zur Regalprüfung.

Warum wir überwiegend NEDCON liefern

NEDCON baut seit 1969 Regalsysteme, produziert in den Niederlanden und Tschechien und gehört seit 2004 zum voestalpine-Konzern. Für uns zählen drei Dinge daran.

Erstens die Dokumentation. Die Zertifikate nach ISO 9001, 14001 und 45001 sind mit Gültigkeitsdatum öffentlich einsehbar, dazu liegt eine European Technical Assessment vor. Das ist in dieser Branche nicht selbstverständlich, und es macht uns die Arbeit leichter, wenn ein Sachverständiger Fragen stellt.

Zweitens die Ersatzteillage. Wir bekommen auch für Anlagen aus den frühen 2000ern noch Traversen und Rahmen. Wer schon einmal ein zwölf Jahre altes Regal um zwei Felder erweitern musste, weiß, was das wert ist.

Drittens der Wiederverkaufswert. Wir kaufen Gebrauchtanlagen an und sehen, was sie bringen. NEDCON-Anlagen liegen dabei zuverlässig im oberen Bereich.

Was wir nicht behaupten: dass NEDCON grundsätzlich mehr trägt als BITO, META oder SSI Schäfer. Belastbare Vergleichsdaten dazu gibt es nicht, und wir liefern Ihnen auch gern einen anderen Hersteller, wenn er besser passt. Mehr zu diesem Hersteller auf unserer Seite zu NEDCON Palettenregalen.

Regalbau von MAVERLO
Hier sehen Sie ein Schmalganglager in Betrieb.

Was wir machen, und was nicht

Wir beraten, planen, liefern und montieren. Wir bauen bestehende Anlagen um, erweitern sie und setzen sie innerhalb der Halle oder an einen neuen Standort um. Wir prüfen nach DIN EN 15635 und setzen instand. Und wir kaufen Anlagen an, die Sie nicht mehr brauchen.

Was wir nicht machen: tragende Bauteile schweißen, Verformungen ohne rechnerischen Nachweis richten oder Komponenten verschiedener Hersteller in einem Feld mischen. Dafür gibt es keine gültige Berechnung, und im Schadensfall steht niemand dafür gerade.

Häufige Fragen zu Palettenregalen

Was ist der Unterschied zwischen Fachlast und Feldlast?

Die Fachlast gilt für eine einzelne Ebene zwischen zwei Rahmen. Die Feldlast ist die zulässige Summe aller Ebenen eines Feldes. Sie ist niedriger als Fachlast mal Ebenenzahl, weil der Rahmen die Gesamtlast in den Boden abtragen muss. Maßgeblich ist immer das Fachlastschild an Ihrer Anlage.

Warum heißt ein Palettenregal auch Schwerlastregal?

Weil es für schwere Einzellasten ausgelegt ist. Die Begriffe werden im Handel weitgehend synonym verwendet. Fachlich beschreibt Palettenregal die Nutzung, Schwerlastregal die Tragfähigkeit.

Wie hoch darf ein Palettenregal sein?

Technisch sind über zwölf Meter möglich. Die praktische Grenze setzen Ihr Stapler, die lichte Hallenhöhe unter Sprinklern und Kranbahnen sowie ab bestimmten Höhen der Brandschutz.

Kann ich ein Palettenregal selbst aufbauen?

Grundsätzlich ja. Sie müssen dann allerdings sicherstellen, dass nach Herstellervorgabe montiert und verankert wird, und Sie tragen die Verantwortung für die Erstprüfung und die Fachlastkennzeichnung. Bei mehreren Feldern und ab Höhen um vier Meter raten wir davon ab.

Muss ein Palettenregal im Boden verankert werden?

In aller Regel ja, und zwar nach Vorgabe des Herstellers. Ob und wie das möglich ist, hängt von Betongüte, Plattendicke und Bodenzustand ab.

Wie oft muss ein Palettenregal geprüft werden?

Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person, das Intervall legen Sie in der Gefährdungsbeurteilung fest. Die DIN EN 15635 nennt als Stand der Technik höchstens zwölf Monate, dazu regelmäßige Sichtkontrollen im eigenen Betrieb.

Wer darf Palettenregale prüfen?

Eine befähigte Person nach § 14 BetrSichV und TRBS 1203. Einen geschützten Titel gibt es nicht, und die Prüfung darf auch intern erfolgen. Im Schadensfall müssen Sie allerdings belegen, dass die Person die geforderte Ausbildung, Erfahrung und Weiterbildung hatte.

Ist Anfahrschutz Pflicht?

Es gibt keine pauschale Vorschrift. Ob und wo Anfahrschutz erforderlich ist, ergibt sich aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. In der Praxis führt an Gassenanfängen, Eckbereichen und Durchfahrten kaum ein Weg daran vorbei.

Wann brauche ich eine Durchschubsicherung?

Immer dann, wenn hinter dem Regal ein Verkehrsweg, ein Arbeitsplatz oder eine weitere Gasse liegt. Sie verhindert, dass eine Palette beim Einlagern nach hinten durchgeschoben wird.

Brauche ich für ein Palettenregal eine Baugenehmigung?

In Nordrhein-Westfalen sind Regale bis 7,50 Meter Lagerhöhe nach § 62 BauO NRW verfahrensfrei. Die Grenzen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern erheblich. Anders sieht es aus, sobald begehbare Ebenen entstehen, denn dann gilt die Freistellung nicht.

Was kostet ein Palettenregal?

Das hängt an der Fachlast, der Feldbreite, der Höhe, der Auflagenart, dem Zubehör und daran, ob wir montieren. Nennen Sie uns Hallenmaße, Palettenart, Stapler und gewünschte Kapazität, dann bekommen Sie ein belastbares Angebot statt einer Hausnummer.

Kann ich ein bestehendes Regal erweitern?

Meistens ja. Wir brauchen dafür Fotos des Ständerprofils, der Traversenaufnahme und, wenn vorhanden, das Typenschild. Wichtig: Die Fachlastkennzeichnung muss nach der Erweiterung neu ausgestellt werden.

Liefern Sie auch gebrauchte Palettenregale?

Ja. Wir kaufen Anlagen an und geben sie weiter. Bei Gebrauchtware achten wir besonders auf die Traglastkennzeichnung, weil eine Anlage fast nie in der ursprünglichen Konfiguration wieder aufgebaut wird.

Wie lange dauert eine Montage?

Das hängt an Feldanzahl, Höhe und Zugänglichkeit. Bei überschaubaren Anlagen sind es wenige Tage. Wir nennen Ihnen den Zeitrahmen im Angebot, nicht erst auf der Baustelle.

Anfrage

Schicken Sie uns die Hallenmaße, die Palettenart, das eingesetzte Flurförderzeug und die gewünschte Stellplatzzahl. Wenn Sie das nicht zur Hand haben, reicht ein Anruf, dann gehen wir es gemeinsam durch. Telefon: 02192 9344 170