Lagerlogistik optimieren: Tipps & Kennzeichnungs-Lösungen für Ihren Waren- und Materialbestand

Unordnung im Lager? Ladenhüter blockieren wertvolle Stellflächen? Dann wird es Zeit für Optimierungs-Maßnahmen. Mithilfe von IT-Lösungen und Waren-Kennzeichnungen sorgen Sie dafür, dass der Lagerplatz bestmöglich ausgenutzt wird. Typische Prozesse wie Wareneingang, Wareneinlagerung, Kommissionierung, Warenausgang und Retourenmanagement laufen bei Einsatz der richtigen Technologien reibungslos – und weitgehend automatisiert – ab. Wir zeigen, wie Sie mehr Struktur und Ordnung in Ihr Lager bekommen und Ihre Lagerlogistik optimieren.

Kostenfaktor Lager

Die Lagerhaltung stellt für jedes Unternehmen einen beträchtlichen Kostenfaktor dar. Ihr Lager sollte darum bestmöglich organisiert und ausgelastet sein. Im Idealfall ist genug Ware verfügbar, sodass Bestellungen sofort abgewickelt werden können. Insgesamt sollte der Warenbestand dennoch möglichst gering ausfallen (keine unnötige Kapitalbindung). Schneller Versand, eine einwandfreie Verpackung und der richtige Inhalt sorgen für ein hohes Maß an Zufriedenheit bei Ihren Kunden. Das hält Reklamationen und Retouren niedrig.

Damit alles ineinandergreift, muss neben der Kommunikation zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitern die Struktur im Lager stimmen: Ohne sinnvolle Ordnung und schnellen Zugriff auf die vorhandene Ware beziehungsweise Materialien ist kein zügiges Arbeiten möglich.

Nur wenn die Prozesse im Lager optimal ablaufen, können Sie…

  • verändernden Kundenbedürfnissen nachkommen.
  • schnelle Lieferzeiten einhalten.
  • Veränderungen der Sortimente flexibel einrichten.
  • auf spezielle Wünsche eingehen (veränderte Auftragsmengen, Lieferzeiten oder Lieferwege).
  • langfristig konkurrenzfähig bleiben.

 

Lagerlogistik optimieren: 5 Tipps

1.      Verschlanken Sie Ihren Material- und Warenbestand

Reduzieren Sie unnötig große Lagerflächen. Verzichten Sie auf das langfristige Einlagern von Ware mit geringer Umschlaghäufigkeit. Das bindet Kapital und verursacht unnötig hohe laufende Kosten (Miete, Personal). Trennen Sie sich von Ladenhütern. Bei Waren und Materialien mit niedriger Umschlagfrequenz ist es sinnvoll, entweder den Bestand zu reduzieren oder für mehr Kundennachfrage zu sorgen.

Vereinbaren Sie mit Ihren Lieferanten…

  • die Zustellung von kleineren Artikel-Mengen.
  • häufigere Waren-Lieferungen.
  • Just-in-time-Lieferungen: Eine Anlieferung erfolgt erst, wenn Sie die Materialien tatsächlich für die Produktion oder den Verkauf benötigen.

2.      Prüfen Sie die Kosten für Fördertechnik, Regale und Personal

Durchschnittlich rechnet man für ein Euro-Paletten-Lager…

  • 20 % Kosten für Fördertechnik- und Regale.
  • 40 % Kosten für Gebäude und Personal.

Halten Sie regelmäßig Rücksprache mit der Abteilung für Rechnungswesen. Prüfen Sie, ob die Kosten sich entsprechend verteilen. Falls nicht: Suchen Sie nach Einsparmöglichkeiten. Modernisierungsmaßnahmen bedeuten zwar erst einmal eine Investition. Auf lange Sicht lässt sich durch die Optimierung der Lagerlogistik dennoch Geld einsparen.

3.      Modernisieren Sie Ihr Lager

Eine Möglichkeit, die Lagerlogistik zu optimieren, besteht in der sinnvollen Anordnung der Produkte. Häufig benötigte Artikel oder Materialien, sogenannte „Schnelldreher“, gehören an den Anfang eines Ganges im Lager. Produkte mit geringer Umschlaghäufigkeit nach hinten. Schwer zugängliche Bereiche Ihres Lagers nutzen Sie am besten nur im Notfall. Je schneller Ihre Mitarbeiter die gesuchten Artikel und Materialien erreichen, desto schneller und effektiver arbeitet Ihr Lager insgesamt.

Modernisierungs-Maßnahmen helfen dabei, das Lager zu optimieren. Investieren Sie zum Beispiel in höhere Regale, um mehr Waren auf den vorhandenen Stellflächen unterbringen zu können. Falls Sie bislang eine statische Lagerhaltung hatten, sich Ihr Artikelsortiment aber stark erweitert hat, kann der Wechsel auf eine chaotisch-dynamische Lagerhaltung sinnvoll sein.

4.      Optimieren Sie Ihre Lagerverwaltung mit Hilfe von IT-Lösungen

Kennzeichnen Sie Lagerplätze und Artikel. Dafür bieten sich beispielsweise Barcodes an. Die Zuordnung von Artikeln und Artikelplätzen im Lager findet mit Barcode-Scannern statt. Mit Hilfe dieser einfachen technischen Lösung erfassen Sie jeden Wareneingang und Warenausgang. Ein weiterer Pluspunkt: Sie haben sämtliche Lagerbestände exakt unter Kontrolle.

Dank einer IT-Lösung finden Sie Artikel und Materialien jederzeit zuverlässig im Lager wieder.

Weitere Vorteile:

  • kürzere Such-Zeiten: Mitarbeiter finden Waren und Materialien sofort
  • einfachere Inventur: Sämtliche Bestände sind erfasst
  • Ladenhüter fallen schneller auf
  • Bei einer dynamischen Lagerhaltung wird jeder verfügbare Platz ausgenutzt.

Lösungen zur Waren-Kennzeichnung

Kennzeichnung von Waren bei statischer Lagerhaltung

Die statische Lagerhaltung eignet sich für Unternehmen, deren Artikelbestand sich selten verändert. Jedes Produkt hat seinen festen Platz im Regal. Geeignet ist dieses System für überschaubare Artikelmengen. Um für einen optimalen Ablauf im Lager zu sorgen, sollten die Regale mit robusten, kratzfesten Etiketten versehen sein. Hier zählt die Langlebigkeit. Die Scanner müssen sie viele Jahre lang zuverlässig auslesen.

Kennzeichnung von Waren bei chaotisch-dynamischer Lagerhaltung

Bei einem umfangreichen Warenangebot, das häufig wechselt, ist die chaotische oder dynamische Lagerhaltung sinnvoller. Dadurch nutzen Sie den vorhandenen Platz bestmöglich aus. Sämtliche Lagerplätze müssen mit Etiketten versehen werden. Das Warenwirtschaftssystem zeigt, welche Plätze frei sind. Neue Artikel werden auf den freien Flächen eingelagert. Die Zuordnung der Ware erfolgt am Lagerplatz mithilfe eines Barcodescanners.

Anforderungen an die Technik

Barcode-Scanner, Etiketten-Drucker und die Etiketten selbst sollten sich durch hohe Qualität auszeichnen. Stürze sollten dem Scanner nichts ausmachen. Im Idealfall werden Barcodes selbst mit unsauberem oder verkratztem Druckbild zuverlässig ausgelesen. Auch an Etiketten sind die Anforderungen hoch: Kratzfrei, reißfest und langlebig sollten sie sein.

Unterschiedliche Technologien zur Warenkennzeichnung

Ob für Sie 1D-Code, 2D-Code oder RFID sinnvoll sind, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab:

  • Größe, Art und Form der zu kennzeichnenden Objekte und Waren
  • Umgebung
  • Art der Identifikation

Barcodes: Einfache, kostengünstige Herstellung

Barcodes sind maschinenlesbare Codes auf Waren und Verpackungen. Sie beinhalten in der Regel Informationen zu Charge/Chargennummer, Haltbarkeitsdatum, Artikelbeschreibung, Preis und Hersteller.

Bei Barcodes wird unterschieden zwischen…

  • eindimensionalen Barcodes (1D) mit nur einer Fläche beziehungsweise einer Dimension. Die Informationen werden in der Strichstärke und in den Abständen zwischen den Strichen codiert. Diese Strichcodes sind unter anderem auf Zeitschriften oder Büchern zu finden. Zum Auslesen von 1D-Barcodes genügt ein einfaches Lesegerät wie ein Laserscanner.

 

  • zweidimensionalen Barcodes (2D). Ein bekanntes Beispiel für 2D-Barcodes sind QR-Codes (Quick Response Codes). Viele Unternehmen setzen QR-Codes auf Produkten zu Werbezwecken ein. Der Grund: Verbraucher können die Informationen unkompliziert mit ihrem Smartphone auslesen. Vorausgesetzt, die entsprechende Software ist installiert. Auch der von Flugtickets bekannte PDF417-Code (Portable Data File) gehört zu den 2D-Barcodes.

Barcodes bieten gegenüber RFID entscheidende Vorteile:

  1. Sie lassen sich mit Barcode-Fonts unkompliziert am PC erstellen.

 

  1. Die Etiketten sind unschlagbar günstige Datenträger.

 

  1. Barcode-Scanner gehören zum Standard-Repertoire der meisten Unternehmen. Dadurch sind sie in der Lage, jeden aufgebrachten Barcode zu lesen.

 

  1. Barcodes sind aus größerer Höhe erfassbar. Beispielsweise scannen Staplerfahrer die Codes im Hochregal und quittieren damit die Entnahme einer Palette.

 

  1. Barcodes besitzen zusätzlich zum Code eine numerische Kennzeichnung. Selbst bei einem unlesbaren Barcode kann man die Ware noch identifizieren.

RFID: Rückverfolgung hochwertiger Produkte

Sollen hochwertige Güter zurückverfolgt werden, bietet sich die RFID-Technologie an. RFID-Tags gibt es in unterschiedlichen Varianten und Bauformen, vom Klebe-Etikett bis zum Hard-Tag zum Anhängen. Winzige RFID-Datenträger können zur Kennzeichnung von OP-Besteck verwendet werden. Sie werden als Labels dezent in Kleidung eingenäht. Größere Transponder machen es möglich, Container oder Fahrzeuge zu identifizieren.

Vorteile von RFID-Transpondern:

  1. RFID-Transponder lassen sich ohne Sichtkontakt lesen und (je nach Art des Transponders) beschreiben.

 

  1. Auf RFID-Transpondern lassen sich große Datenmengen unterbringen.

 

  1. Bestimmte Transponder sind wiederbeschreibbar (ermöglicht unkomplizierte Updates).

 

  1. Eine Erfassung von mehreren Transpondern zur gleichen Zeit ist möglich.

 

  1. Die RFID-Chips lassen sich in Verpackungen beziehungsweise direkt in Produkten unterbringen.

 

  1. Die elektromagnetischen Wellen durchdringen Materialien wie Holz, Stoff, Plastik und Pappe.

 

  1. Die Transponder halten hohen Temperaturen stand.

 

  1. Die Datenspeicherung erfolgt auf dem Chip direkt. Man braucht keine externe Database.

Diese Eigenschaften bieten Erfassungsmöglichkeiten, mit denen Barcodes nicht mithalten können. Ein RFID-Tag ist jederzeit identifizierbar. Sie können Gegenständen beispielsweise immer wieder neue Auftragsnummern zuweisen. Ein neues Etikett brauchen Sie dank RFID-Transponder nicht.

Nachteile von RFID-Transpondern:

  • Die Technologie ist längst nicht so weit verbreitet wie Barcodes.

 

  • Die Kosten für die Umrüstung auf RFID sind relativ hoch: Die Datenträger (integrierte Antenne und Transponder) sind deutlich teurer als Etiketten. Wer sein Lager auf RFID-Technologie umstellen möchte, muss Lagerplätze und Artikel entsprechend umrüsten.

 

  • Produkte mit einem hohen Anteil an Metall oder Wasser stören das elektromagnetische Feld. Das führt zu Problemen beim Auslesen der Daten.

 

  • Ist der RFID-Chip defekt, gibt es keine Identifikationsmöglichkeit mehr.

Fazit

Im Lager werden viele Unternehmen vermutlich aus Kostengründen weiterhin auf die Kennzeichnung von Lagergut mit Barcodes zurückgreifen. Mit der richtigen Technik gelingt es, die Lagerlogistik zu optimieren und dafür zu sorgen, dass sämtliche Prozesse, angefangen vom Wareneingang bis zum Versand reibungslos ablaufen.

 

Zum Weiterlesen:

 

https://logistikknowhow.com/rfid-vorteile-gegenuber-dem-barcode/

https://www.wirtschaftswissen.de/einkauf-produktion-logistik/produktionsplanung/materialwirtschaft/10-goldene-tipps-zur-optimalen-lagerplatzausnutzung/

https://www.ident24.de/barcodesysteme/Etiketten/

https://intralogistik.tips/lageroptimierung-geht-nicht-nur-die-grossen-an/

http://www.etikettenwissen.de/wiki/2D-Barcode

 

 

Veröffentlicht am 27. August 2018